Nach einem langen, kalten Winter ist es endlich so weit: Die Sonne lässt sich wieder blicken, die Tage werden länger und es kribbelt in den Fingern, den Klassiker wieder auf die Straße zu bringen. Doch bevor man sorglos über kurvige Deichstraßen fährt oder an Oldtimer-Veranstaltungen teilnimmt, sollte das Fahrzeug gründlich auf die neue Saison vorbereitet werden. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du das am besten angehst.
1. BATTERIE KONTROLLIEREN
Wenn du die Batterie über den Winter abgeklemmt oder an ein Erhaltungsladegerät angeschlossen hast: sehr gut! Kontrolliere trotzdem, ob sie noch ausreichend Spannung hat. Wirkt sie stumpf oder korrodiert? Dann reinige die Pole und Klemmen mit einer Batteriebürste oder einer Mischung aus Backpulver und Wasser. Lade die Batterie gegebenenfalls vor dem Start noch einmal auf.
2. ÖL UND ANDERE FLÜSSIGKEITEN PRÜFEN
Öl altert, auch wenn das Auto nicht gefahren wird. Daher ist es sinnvoll, zum Saisonstart frisches Motoröl und einen neuen Ölfilter zu verwenden. Prüfe außerdem Kühlmittelstand, Bremsflüssigkeit, Scheibenwaschflüssigkeit und gegebenenfalls das Getriebeöl.
Achte auf Verfärbungen oder ungewöhnliche Gerüche – das kann auf Alterung oder Verunreinigung hinweisen.
Motoröle für Oldtimer haben oft eine höhere Viskosität sowie größere Mengen Phosphor und Zink als moderne Motoröle. Moderne Öle bieten älteren Motoren häufig nicht die richtige Schutzwirkung. Wenn der Motor nicht überholt wurde, verwende das ursprünglich vorgeschriebene Motoröl mit den passenden Wechselintervallen.
HIER findest du unsere Motul Classic Öle.

Bremsflüssigkeit
Oldtimer erfordern eine Bremsflüssigkeit, die mit älteren Bremssystemen kompatibel ist, oft mit Dichtungen aus Naturkautschuk oder empfindlichen Metallkomponenten.
Motul DOT 4 Brake Fluid
Warum?
- DOT 3 & 4 ist meist sicherer für ältere Fahrzeuge, deren Dichtungen aus natürlichen Materialien bestehen.
- (Überprüfe aber stets die Spezifikationen deines Bremssystems.)
- Vermeide silikonbasierte Bremsflüssigkeiten (DOT 5), außer das System ist dafür ausgelegt. DOT 5 ist nicht kompatibel mit DOT 3 oder DOT 4 und kann bei Vermischung Schäden verursachen.
Getriebeöl
Bei Oldtimern sollte man ein Getriebeöl wählen, das zur damaligen Technik passt: meist Synchromesh- oder sogar unsynchronisierte Getriebe mit Messing- oder Bronze-Synchronringen, die empfindlich gegenüber modernen Additiven sein können. Motul bietet besonders geeignete Öle, z. B. Motul Gearbox 80W-90.
Dies ist ein mineralisches Öl ohne „Extreme Pressure“-Additive, die Gelbmetalle schädigen könnten.
Vorteil: Es ist schonender für Dichtungen, ideal für ältere Synchronringe und damit bestens für klassische Schaltgetriebe geeignet.
Achtung: Verwende kein GL-5-Öl, es sei denn, du bist sicher, dass die Materialien im Getriebe dafür geeignet sind. GL-5 enthält oft Additive, die Messing-Synchronringe (häufig in Oldtimern) angreifen können.
3 REIFEN UND REIFENDRUCK PRÜFEN
Während der Winterpause verlieren Reifen oft etwas Luft. Kontrolliere daher den Reifendruck und passe ihn an die Herstellerangaben an. Prüfe außerdem den Zustand des Gummis: Risse oder Verformungen deuten auf Alterung hin.
Hat das Auto lange gestanden, können sogar Standplatten entstehen. Dies lässt sich meist beheben, indem du den Reifendruck vor der ersten Fahrt auf ca. 3 bar erhöhst. Danach wieder auf den normalen Betriebsdruck reduzieren.
Tipp: Vergiss das Reserverad nicht!
4. BREMSEN UND AUFHÄNGUNG ÜBERPRÜFEN
Bremsscheiben können nach längerer Standzeit leicht angerostet sein. Eine kurze Probefahrt hilft, diese Schicht abzubremsen. Achte darauf, ob das Bremspedal sich normal anfühlt und das Fahrzeug sauber geradeaus bremst. Beachte auch Geräusche oder ein vibrierendes Lenkrad – das kann auf Probleme an Fahrwerk oder Radlagern hindeuten.

5. SCHMIEREN, WO ES NÖTIG IST
Viele klassische Autos verfügen noch über Schmiernippel an Fahrwerksteilen oder der Lenkung. Fette diese Punkte mit einem geeigneten Fett nach. Motul Tech Grease ist ein universell einsetzbares Lithiumseifenfett mit Verschleißschutz-, Oxidationsschutz- und Korrosionsschutzadditiven.
6. BELEUCHTUNG UND ELEKTRIK TESTEN
Überprüfe alle Leuchten: Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter und Armaturenbeleuchtung. Kontrolliere außerdem Hupe, Scheibenwischer, Lüftung und andere elektrische Systeme.
7. REINIGEN UND LACKPFLEGE
Der Start in die neue Saison beginnt mit einer gründlichen Reinigung. Entferne Staub und Schmutz der Winterpause, reinige die Felgen und wasche das Auto mit einem hochwertigen Shampoo, das zusätzlich schützt.
Vergiss den Innenraum nicht: Staubsaugen, Polster oder Leder reinigen, sowie die Scheiben putzen.
Motul bietet ein komplettes Sortiment an Pflegeprodukten, um deinem Klassiker wieder eine „Showroom-Optik“ zu verleihen.
Hier findest du das Pflegesortiment.

8. PROBEFAHRT MACHEN
Nach all diesen Kontrollen ist es Zeit für eine kurze Probefahrt. Achte auf Motorlauf, Fahrverhalten, Bremsen und Lenkung. Hörst du ungewöhnliche Geräusche oder fühlt sich etwas nicht richtig an? Dann konsultiere lieber zuerst einen Spezialisten.
TIPP: AN VERSICHERUNG UND TÜV DENKEN
Prüfe, ob deine Versicherung noch gültig ist und ob dein Fahrzeug eventuell zur technischen Kontrolle muss. In manchen Ländern sind regelmäßige Prüfungen auch für Oldtimer vorgeschrieben.
(In den Niederlanden gilt dies nicht für Fahrzeuge über 50 Jahren.)
ZUM SCHLUSS: GENIESSEN!
Ein Klassiker ist mehr als ein Auto – er ist ein Erlebnis. Wenn alles überprüft ist und dein Fahrzeug wieder in Bestform dasteht, bleibt nur noch eines: fahren!
Also: Dach öffnen, Lieblingsmusik einschalten (oder einfach dem Motor zuhören) und den Frühling genießen – so wie es gedacht ist.
Für Maschinen mit Geschichte – vertrau auf Motul.